Endlich ein Silberstreif am Horizont | Von Martin Kistner

Jürgen Maier möchte am Wanderparkplatz oberhalb des Burgfelder Ortsausgangs eine „Vesperhütte“ bauen – seit Jahren bemüht er sich vergeblich um die Baugenehmigung. Jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen.

Netzwerken an der Business SchoolVortrag: Dr. Klaus Doppler Zukunftsfähig werden: Wie Change im Unternehmen gelingt. | Über 70 Aussteller | Expertengespräche | Business Kontakte.

Albstadt-Burgfelden. Bereits 2011 hatte Jürgen Maier angesichts steigender Zahlen von Wanderern und Loipengängern erwogen, am Rande von Burgfelden eine kleine Gaststätte zur Verköstigung auswärtiger Touristen zu errichten. Als Standort fasste er den Ausgangspunkt des Traufgangs „Felsenmeersteig“ ins Auge, genauer: das nördlich an den Wanderparkplatz angrenzende Gelände, auf dem derzeit ein Schuppen und die beiden Fußballtore eines Bolzplatzes stehen.

Bei der Stadtverwaltung rannte er mit diesem Projekt offene Türen ein – dass zumindest einige Traufgänge durch flankierende gastronomische Maßnahmen weiter aufgewertet werden könnten, wissen die Tourismusmacher im Rathaus wohl. Deshalb ließen sie ein „Vesperhüttenkonzept“ erarbeiten, das sie im September 2014 dem Gemeinderat vorlegten. Maiers Hütte sollte ein Baustein in diesem Konzept sein.

Damals schien die Welt noch in Ordnung zu sein, doch das änderte sich bald. Sowohl die Abteilung zwei des Regierungspräsidiums als auch der Regionalverband reagierten reserviert, um nicht zu sagen allergisch auf das Ansinnen, im sogenannten Außenbereich Gastronomie anzusiedeln. Bauprojekte auf der falschen Seite des Ortsschilds sind erst einmal nicht vorgesehen; Ausnahmen werden allenfalls für die Landwirtschaft gemacht.

Konkurrenz für das Dorfgasthaus?

Im Regionalverband wurde zudem geargwöhnt, die Albstädter Vesperhütten könnten dem guten alten, mitten im Flecken gelegenen Dorfgasthaus unlautere Konkurrenz machen. Also wurde die Stadt Albstadt beschieden, dass ihr Vesperhüttenkonzept ein „Zielabweichungsverfahren“ durchlaufen müsse: Man möge detailliert darlegen, was wo gebaut werden solle.

Das tat die Stadt 2015, doch auch die neue Vorlage fand keine Gnade in den Augen der Tübinger Sachbearbeiter. Die entdeckten etliche Hindernisse in Gestalt von Rücksichten auf Vogel-, Natur- und Landschaftsschutz und erteilten wenigstens einem Vesperhüttenstandort, dem Onstmettinger Wanderparkplatz „Stocken“, eine kategorische Absage. Der Tenor: Hausaufgaben ungenügend, nochmal machen!

Im Rathaus Albstadt sieht man das etwas anders: Die externen Fachleute, die an der Erstellung des „Masterplans Tourismus“ und der Zielabweichungsplanung mitwirkten, versicherten, dass die Konzepte in jedem anderen Bundesland und auch in anderen baden-württembergischen Regierungsbezirken – Karlsruhe! – vollkommen ausgereicht hätten, sagt Martin Roscher, Chef des Amts für Kultur und Tourismus. Aber schön, dann halt noch mal!

Die Stadt hat erneut ein auswärtiges Büro für die Konzepterarbeitung engagiert, und im Stadtplanungsamt ist Amtsleiter Gerhard Penck derzeit damit beschäftigt, einen langen Katalog von Fragen des RP abzuarbeiten, darunter einige, die Martin Roscher längst für hinlänglich beantwortet hält. Allen voran: Was ist eine Vesperhütte? Nein, sie ist kein Holzverschlag mit darin stationiertem Streckenposten, sondern ein richtiges Gasthaus. Beispiele: die Renchtalhütte im Nordschwarzwald oder, in nächster Nähe, die Traufganghütte Brunnental bei Laufen. Sei aber alles schon im Masterplan gestanden, sagt Roscher, mit Bildchen sogar!

Egal, Tübingen ist nicht Karlsruhe, die Stadt macht Hausaufgaben und hat laut Albert Sauter von der Bürgerinitiative Infrastruktur Zollernalb, die Jürgen Maiers Projekt massiv unterstützt, in Aussicht gestellt, dass sie noch vor Ostern so weit sein werde – den Vorwurf aus Tübingen, man habe gebummelt, mag das Baudezernat nicht akzeptieren und verweist auf Personalmangel. Und Jürgen Maier? Sollte tatsächlich in absehbarer Zeit eine überarbeitete Neuauflage der Vesperhüttenkonzeption vorliegen, wäre bereits ein erster Wunsch erfüllt.

Ein zweiter betrifft das Regierungspräsidium: Albert Sauter hat sich mit der zuständigen Frau in Tübingen, Annemarie Christian-Kano, unterhalten und neben der Versicherung, dass eine Burgfelder Vesperhütte „nicht leicht, aber doch grundsätzlich genehmigungsfähig“ wäre, die Zusage erhalten, dass man der Einladung zu einem Ortstermin Folge leisten werde. Damit, so Sauter und Maier, wäre bereits einiges gewonnen: einfach mal mit eigenen Augen sehen, wovon überhaupt die Rede ist.

Der dritte Wunsch: Mehr Flexibilität

Bleibt noch ein dritter Wunsch: eine etwas flexiblere Genehmigungspraxis. Das Albstädter Vesperhüttenkonzept enthält einen umfassenden Maßnahmenkatalog, der sieben oder acht verschiedene Standorte betrifft. Wenn erst jede einzelne Maßnahme genau definiert sein und grünes Licht erhalten haben muss, damit irgendeine verwirklicht werden kann, dann, fürchtet Jürgen Maier, wird er bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten. Und vom Warten hat er genug.

Zum Originalartikel | Quelle: http://www.schwarzwaelder-bote.de von Martin Kistner

26 Replies to “Endlich ein Silberstreif am Horizont | Von Martin Kistner”

  1. Pingback: fake id card
  2. Pingback: 다시보기
  3. Pingback: bonanza178
  4. Pingback: 웹툰 사이트
  5. Pingback: พรมรถ
  6. Pingback: spin238
  7. Pingback: ผลบอล
  8. Pingback: togel online
  9. Pingback: site.com
  10. Pingback: sex au dam
  11. Pingback: sex hiep dam

Schreibe einen Kommentar

Share This