Ortsumfahrung Schömberg

Ausgangssituation in Schömberg

Die B 27 verläuft – für die Anwohner ungeschützt – mitten durch den Ort.

Konsequenz: extreme Lärmbelastungen der anliegenden Anwohner:

  • 77 dBa Tags
  • 70 dBa Nachts
  • Ø 73 dBa

Grenzwert: 70 dBa für Lärmsanierung

Anwohner haben das RPT um Zuschuss für private Schallschutzmaßnahmen gebeten, z.B. Schallschutzfenster. 

Anstatt den Leuten das zu geben, worum sie gebeten haben, beabsichtigt das RPT deswegen Tempo 30 durch Schömberg zu verfügen.

Wertung Denkfabrik

  • Tatsache 1:

Die Lärmbelastung der Anwohner ist zu hoch. Das Anliegen der Lärmsenkung ist mehr als legitim.

  • Eine effiziente Lärmsenkung muss zügig erfolgen.
  • Tatsache 2:

Die B 27 ist die Nord-Süd Hauptverkehrsader für den Zollernalbkreis. Tempo 30 durch Schömberg würde zu einem Verkehrsinfarkt führen. Hierunter würden die Anwohner, die Pendler und der Fernverkehr gleichermaßen leiden.

  • Unsere Gesellschaft benötigt beruhigte Wohnbereiche ebenso wie leistungsfähige Schnellstraßen und Verkehrsnetze.
  • Tatsache 3:

Das Bedürfnis nach beruhigten Wohnlagen und schnellen Durchgangstrassen ist keineswegs neu. Schon im Jahr 1961 hat das Land Baden-Württemberg die Notwendigkeit des vierspurigen Ausbaus der B 27 von Tübingen bis Donaueschingen erkannt. Also auch an Schömberg vorbei. Über die zwischenzeitlich vergangenen 59 Jahre (!!) hat sich das Verkehrsaufkommen vervielfacht, aber für Schömberg wurde nichts zur Erleichterung getan.

Generationen von Lokalpolitikern und Bürgern haben für eine Ortsumfahrung gekämpft und diese in eine sinnvolle und zukunftsweisende Ortsentwicklung mit einem neuen Gewerbegebiet eingebettet. Bislang waren aber alle Bemühungen erfolglos. Folge: Die – regionalplanerisch als industrieller Vorsorgestandort ausgewiesene Gewerbefläche Industriegebiet Nord – wird erschließungstechnisch seit Jahrzehnten „stiefmütterlich“ behandelt.

Schlussfolgerungen:

  1. Kurzfristige Hilfe der Anwohner

Eine Maßnahme – wie Tempo 30 durch den Ort – die den Anwohnern keine wirksame Erleichterung bringt – rechnerisch sind es nur 2,5 dBa, was auch das RPT selbst eingesteht – jedoch für unzählige Verkehrsteilnehmer zu Staus führt, die nahe an einen Verkehrskollaps reichen würden, ist Unsinn und kontraproduktiv. Zusammengefasst: Nach den Vorgaben des Landes ist die Lärmbelastung auf der B 27 mit 73 dB(A) innerorts in Schömberg gesundheitsgefährdend hoch und bleibt nach Einführung von Tempo 30 gesundheitsgefährdend hoch, weil immer noch über 70 dB(A). Daher – Tempo 30 ist keine Lösung des Problems.

Hingegen kann wirksam mit baulichen Maßnahmen, wie Flüsterasphalt, Schallschutzfenstern, optimierten Ampelschaltungen und Über- bzw. Unterquerungen für Fußgänger, Schallsenkung erreicht werden. Entgegen der Aussagen des RPT können solche Maßnahmen innerhalb von 12 Monaten geplant und umgesetzt werden. Es braucht dazu vor allem eins: Den guten und gemeinsamen Willen.

Natürlich kosten diese Sofortmaßnahmen etwas Geld. Aber zum Einen sind sie tatsächlich wirksam und zum anderen wäre der volkswirtschaftliche Schaden der Verkehrsbehinderung um ein Vielfaches höher. Konkret: Der Verzicht auf Flüsterasphalt seitens des RP erfolgt rein aus monetären Gesichtspunkten, mit Tempo 30 wird nicht die wirksamste kurzfristige Lösung, sondern die Billigsten – sprich Verkehrsschild – verfolgt. Echte Sorge um die Gesundheit der hiesigen Anwohnerschaft sieht anders aus.

  • Zügige dauerhafte Lösung des Verkehrsproblems in Schömberg

Der Durchgangsverkehr muss raus aus dem Ort. Das ist allen klar, aber niemand handelt wirksam. Zwar ist die Ortsumfahrung Schömbergs im aktuellen Bundesverkehrswegeplan aufgeführt, jedoch mit Planungsbeginn im Jahr 2025 – vielleicht. Dass die Ortsumfahrung in irgendwelchen Listen aufgeführt ist, damit werden vermutlich seit 59 Jahren die Bevölkerung und die Lokalpolitik ruhig gestellt.

Das kann es doch nicht mehr sein !

Die Planungen für eine menschenverträgliche, umweltverträgliche und zukunftsweisende Ortsumfahrung müssen jetzt in Angriff genommen werden und es muss jetzt gebaut werden. Schömberg ist jetzt an der Reihe, sich mit Blick auf die Beruhigung der Innenstadt und auf das neue Gewerbegebiet, weiterentwickeln zu dürfen.

In fünf Jahren soll nicht vielleicht mit den Planungen begonnen werden, sondern in fünf Jahren soll die Umgehung fertig sein !!

Pointierungen & Fazit:

  • Jede Generation muss verantwortungsvoll, nachhaltig und zukunftsorientiert die Lebensgrundlage für die nächste Generation schaffen. Seit 59 Jahren wurde für Schömberg nichts mehr bewegt und nun soll mit Tempo 30 aus einem kleinen täglichen Verkehrsdrama ein großes Drama für viele Menschen gemacht werden. Das darf nicht das sein, was wir als heute verantwortliche Generation hinterlassen wollen.
  • Solidarität ist eine Säule unserer Gesellschaft und in unserer Region. Wenn eine kleine Gemeinde droht, unter die Räder zu geraten oder bei der Infrastrukturentwicklung übergangen wird, dann dürfen wir als Region niemanden im Regen stehen lassen. Nur gemeinsam können wir uns alle weiterentwickeln.
  • Schömberg braucht die Umfahrung jetzt – und wir alle stehen dafür ein !!

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