Schömberg: Druck machen – Schömberg – Schwarzwälder Bote

Mit dem vom Regierungspräsidium Tübingen angeordneten Tempo 30 auf der B 27 in Schömberg ist niemand zufrieden. Dies wurde bei der Infoveranstaltung der „Denkfabrik Zollernalb bei der Spedition Kraft-Vögele deutlich. Die Teilnehmer wollen hingegen den schnellen Bau der Ortsumfahrung erreichen.

In der Region Schömberg ziehen alle an einem Strang, wenn es um den schnellen Bau der B 27-Umfahrung geht. Dies ist bei der Infoveranstaltung der „Denkfabrik Zollernalb“ bei der Spedition Kraft-Vögele klar geworden. Und in der Tat: Nach Versprechungen, die seit fast 60 Jahren gemacht werden, hilft nur noch eins: Druck machen. Die Teilnehmer der Runde, darunter Spediteure, Unternehmer und Anlieger der Bundesstraße, haben die Nase voll und sehen keine andere Möglichkeit mehr als die Politiker „aggressiv und massiv anzugehen“. Ein Besuch im Regierungspräsidium (RP) und Protestaktionen an der B 27 könnten aufhorchen lassen. Aber auch der Schömberger Gemeinderat ist gefragt und will verstärkt tätig werden, wie Bürgermeister Karl-Josef Sprenger versprach. Von dem vom RP angeordneten Tempo 30 in Schömberg hält indessen niemand etwas. Tenor: „Ein Beitrag fürs Narrenblättle.“

Schömberg. Nach der Begrüßung durch Spediteur Tobias Kraft bekräftigte Albert Sauter von der „Denkfabrik Zollernalb“: „Bei Tempo 30 droht die Stadt unter die Räder der Bürokratie zu geraten.
Der Verkehrsinfarkt ist damit vorprogrammiert.“ Mit der Maßnahme könnten die Anlieger zudem nicht wirksam gegen Lärmbelastungen geschützt werden, weil selbst nach Einführung von Tempo 30 die Belastung mit mehr als 70 Dezibel noch gesundheitsgefährdend hoch sei. Statt der Geschwindigkeitsbegrenzung forderte Sauter „wirksamere Maßnahmen wie einen Flüsterasphalt oder Schallschutzfenster, auch wenn die Geld kosten“.
Auch Bürgermeister Karl-Josef Sprenger betonte, „Tempo 30 ist nicht geeignet, die Lärmbelästigung wirksam zu reduzieren. Das ist nicht die richtige Lösung.“ So habe sich auch der Gemeinderat dagegen ausgesprochen und fordere stattdessen den zügigen Bau der Ortsumfahrung. Immerhin sei diese nun im vordringlichen Bedarf und bei der Priorisierung durch das Land unter „noch nicht planfestgestellten Maßnahmen“ gelistet. Die Linienbestimmung für die Straße sei gegeben, ab 2025 solle mit den weiteren Planungen begonnen werden. Regierungspräsident Klaus Tappeser habe bei seinem Besuch in Schömberg versprochen, dass die Straße 2029 gebaut sei.

Diese Aussagen versahen die Anwesenden, darunter Lothar Obert, Manfred Wachter, Walter Schempp und Manfred Riedlinger, mit einigen Fragezeichen. Um nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten, war man sich schnell einig, Aktionen – unter anderem mit der Industrie- und Handelskammer – zu planen, um die „Politiker vor der Wahl im kommenden Jahr unter Druck zu setzen“. Dabei müsse man massiv und aggressiv vorgehen, hieß es. Die Rede ist auch von Blockade-Aktionen an der B 27 in Schömberg. „Wir brauchen jetzt eine menschen- und umweltverträgliche Umfahrung. Nach all den Jahren ist nun Schömberg an der Reihe“, betonte Sauter. Sprenger versprach, die bei der Versammlung
gemachten Vorschläge im Gemeinderat einzubringen: „Die Stadt wird aktiv werden.“ Die Umgehung sei zur besseren Anbindung des Industriegebiets Nord nötig, sagte er. Dies müsse auch im Interesse des Landes liegen.
Der jetzige Zustand mit der engen Dautmerger Straße und dem Nadelöhr an der Einfahrt zur B 27 könne nicht weiter hingenommen werden, sagte Franz Koch von der gleichnamigen Spedition in Ratshausen: „Wenn wir uns hier auch noch ansiedeln sollten, gibt es das totale Chaos.“ So müsse diese Straße vor der Fertigstellung der Umfahrung ausgebaut werden. Trotz des Engagements für die Umgehung dürfe man aber Sofortmaßnahmen an der B 27-Ortsdurchfahrt, etwa den Einbau von Fluüsterasphalt, nicht aus dem Auge verlieren, um die Lärmbelastung für die Anlieger schnell zu senken.

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