Hochschule und Denkfabrik Zollernalb im Dialog

Die Hochschule Albstadt Sigmaringen sowie die Denkfabrik Zollernalb nehmen sich dem Problem der stagnierenden Studierendenzahlen an. In einer Onlinediskussion kamen zahlreiche Teilnehmer aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Bildung zu Wort.

Die Zahlen der Studierenden im Engineering-Bereich, so machten Albert Sauter und Olaf Baldauf als Vertreter der Denkfabrik Zollernalb gleich zu Anfang einer Online-Veranstaltung über Zoom deutlich, gehen deutlich zurück.

Junge Menschen für ein ingenieurswissenschaftliches Studium gewinnen

Im auch auf Youtube übertragenen Livestream drehte sich alles um die Fakultät Engineering an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen und die Dringlichkeit, so waren sich die zahlreichen Mitdiskutanten alle einig, junge Menschen sowohl aus dem Zollernalbkreis als auch aus allen Teilen der Welt für ein ingenieurswissenschaftliches Studium zu gewinnen.

In Zeiten großen Wandels

Denn, so verdeutlichten die Moderatoren Sauter und Baldauf, sowie Rektorin Dr. Ingeborg Mühldorfer als auch Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut in einem geradezu enthusiastischen Vorwort zur Veranstaltung, es könnte in Zeiten großen demographischen Wandels, von Energiewende und Decarbonisierung (also der Reduzierung von Kohlendioxidemissionen) die Bewältigung dieser übermächtigen Aufgaben nur durch ausgebildete Ingenieure und Ingenieurinnen gelingen.

Gesellschaft erfindet sich neu

„Nicht Jogamatten“, sondern nur neue Technik, Kompetenz und Know-How, brachte es Albert Sauter auf den Punkt, könnten nun „die Welt retten“. Denn die „Gesellschaft erfindet sich gerade einmal neu“.

Ingenieure und Ingenieurinnen sind lebensnotwendig

Die hierfür dringend notwendigen Ingenieure und Ingenieurinnen seien für die Innovationsregion Zollernalb daher lebensnotwendig.

Hochschule und Denkfabrik Zollernalb im Dialog: Nicht Jogamatten, sondern Kompetenz rettet die Welt
In Land und Bund, also auch in der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, gehen die Studierendenzahlen im Engineeringbereich zurück.

Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen biete mit dem Studienbereich Engineering dafür geeignete Studiengänge und kooperiere mit den hiesigen Unternehmen in den Bereichen Forschung und Lehre. Studierende und Unternehmen können so bereits während des Studiums fruchtbare Kontakte knüpfen.

Studierendenzahlen gehen immer mehr zurück

Einerseits besteht also, machten verschiedene Teilnehmer der Onlinediskussion deutlich, ein großer Bedarf an Ingenieuren und Ingenieurinnen, andererseits gehen die Studierendenzahlen immer mehr zurück. Letzteres bestätigte auch Dr. Michael Vössing, Leiter des Bereichs Hochschulpolitik und Bildungsprojekte der IHK Reutlingen.

Kein Geld für die Forschung

Kritisiert wurde auch die Tatsache, dass die Bereitstellung finanzieller Mittel für die Hochschulen primär an der Zahl der dort jeweils Studierenden festgemacht würde. Kleinere Standorte wie der im Bereich Albstadt-Sigmaringen hätten das Nachsehen. Die Forderung der Veranstaltung an die Politik war, dass auch Hochschulen wie die in Albstadt und Sigmaringen ansässige Gelder für die Forschung bekommen könnten.

Hervorragende Praxisnähe

Die beiden Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiss (CDU) und Robin Mesarosch (SPD) gaben auf diese Frage hin natürlich keine Zusagen, zumal, so Mesarosch, dies primär Ländersache wäre. Sie bestätigten aber die Vorteile, die gerade kleine Hochschulen hätten aufgrund ihrer deutlich größeren Praxisnähe und ihrer familiäreren Strukturen, die intensives Lernen beflügelten.

„Momentan findet jeder eine Stelle“

Zudem sei eine spätere Übernahme in einem der Betriebe, die mit der Hochschule zusammenarbeiten, so gut wie garantiert, betonte Dr. Matthias Premer von der Hochschule. Prof. Dr. Hans-Joachim Illgner, Dekan der Fakultät Engineering, sagte sogar: „Momentan findet jeder eine Stelle.“

Dies bestätigten auch mehrere Studenten sowie ehemalige Studenten der Hochschule, die nun in Unternehmen wie beispielsweise Gühring oder Kern und Sohn verantwortungsvolle Aufgaben inne haben.

Kollektionen in 3D

Florian Mey, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Mey, betonte, das Albstädter Unternehmen profitiere ganz konkret von der engen Kooperation mit der Hochschule Albstadt-Sigmaringen.

Hochschule und Denkfabrik Zollernalb im Dialog: Nicht Jogamatten, sondern Kompetenz rettet die Welt
Das Unternehmen Mey, betonte Florian Mey, geschäftsführender Gesellschafter, profitiere ganz konkret von der engen Kooperation mit der Hochschule Albstadt-Sigmaringen.

So sei beispielsweise ein mit Studierenden der Hochschule entwickeltes Projekt, Kollektionen in 3D zu entwickeln, von großem Erfolg gekrönt. Auf dem Gebiet sei man nun sicherlich führend in der Branche.

Das Kombistudium ist ein bewährtes Format

Auch Jochen Bitzer, Leiter des Geschäftsbereichs Hartstoffe der Gühring KG, schilderte unter anderem in einem eigens für diese Veranstaltung angefertigten Kurzfilm, wie viele junge Mitarbeiter Gühring der Kooperation mit der Hochschule, vor allem dem Kombistudium, zu verdanken habe.

Wird eine Stiftung gegründet?

Francois Fastner, Geschäftsführer der Albstädter C2 Werbeagentur, schlug die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung vor, die die Aufgabe haben solle, die Kräfte der hiesigen Wirtschaft zu bündeln, um mehr Studierende nach Albstadt zu bringen.

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